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Portion Senf dazu?

Die Bücherei St. Lamberti bloggt

Kategorie

Gaming

Wenn Spiele mehr als Spielerei sind

„Ohne Schlüssel kommen Sie nicht in die Grabkammer“. Das ist nur eine von vielen Informationen, die die Veranstaltungen mit dem Ehepaar Silbermann aus Bayern immer wieder zu einem besonderen und besonders vergnüglichen Erlebnis machen.

Aber fangen wir mal von Vorne an: Als ehrenamtliche Bücherei-Mitarbeiterin komme ich natürlich mit Medien in Berührung, die in ihrer Vielzahl und Abwechslung privat unerreichbar sind. Es sei denn, der Millionär… aber das ist ein anderes Thema. Erleichtert wird diese Tätigkeit sicher dadurch, schon seit der Kindheit zur Spezies der Leseratten zu gehören. Ebenfalls gehöre ich zur Spezies der Gluckenmütter und daher sind mir Spielereien aller Art nicht fremd. Als die Brut das mütterliche Nest verließ, stand ich vor dem Dilemma „Keiner spielt mehr mit mir“, das sich aber gemeinsam mit einem jungen, inzwischen befreundeten Paar durch die Organisation eines regelmäßigen öffentlichen Spieletreffens aus der Welt schaffen ließ. Durch die Kombination von Bücherei und Spieletreffen gehen Trends und Neuerscheinungen nicht mehr an mir vorbei. Aber ein Highlight sind die regelmäßigen Veranstaltungen mit dem bereits erwähnten Ehepaar Silbermann in der schönsten Bücherei am Platz.

Sie beide verkörpern eine geballte Kombination von Kompetenz und Spielfreude, wenn sie Vertreter/innen von Kindergärten, Büchereien und anderen öffentlichen Einrichtungen Neuerscheinungen auf dem Spielemarkt empfehlen, über Entscheidungen für das Spiel des Jahres berichten oder auf Projekte zur Spielförderung hinweisen. Denn, sie haben jedes Spiel, das sie erklären, schon mal gespielt. Viele nicht nur einmal. Andere wurden regelrechten Härtetests unterzogen, die schon mal bis zum freien Fall aus dem Fenster des zweiten Stockwerks umfassen können.

Martina Silbermann, gelernte Bibliotheksassistentin und spätere Marketing-Leiterin eines Spieleverlages weiß nicht nur, welche Kriterien wichtig sind für eine möglichst reibungslose Ausleihe in öffentlichen Büchereien, während Andreas Silbermann als gelernter Kaufmann und langjähriger Außendienstler nicht nur die geschäftlichen Abläufe im Fokus hat. Sondern beide wissen bestens Bescheid, welche Spiele Spaß machen, welche langweilig sind, wie hoch der „Schadenfreude-Faktor“ ist und an welchem Zubehör man mehr oder weniger lange Freude hat. Beide zusammen sind die Spieletruhe, die sich auf den Versand von Gesellschaftsspielen für öffentliche Einrichtung spezialisiert hat und dabei Serviceleistungen vom Einbinden in Folie bis zur Ersatzteilbeschaffung bietet.

Wenn sie Gesellschafts-Spiele im allgemeinen und aktuelle Spiele im Besonderen sprechen, wird Eines ganz schnell klar: Sie haben es geschafft, ihr Hobby zum Beruf zu machen, wobei sie die nicht vorhandene Trennung von Privatleben und Geschäft nicht stört. Wichtig ist, dass (unter anderem) der Würfel rollt. Und das tut er für die Beiden manchmal sechs und mehr Stunden am Tag, wenn neue Spiele ausprobiert und bewertet werden müssen. Da kommt der (Originalzitat Martina Silbermann) „manchmal leidensfähige Freundeskreis“ im Sinne des Wortes ins Spiel. Da gibt es aber auch verschiedene Spielegruppen, die mit und ohne die Silbermanns meistens sehr vergnügliche, manchmal aber auch langweilige Stunden mit Spielkarten, Spielbrettern, Figuren, Würfeln und anderem Zubehör verbringen. Alle dabei gesammelten Erfahrungen fließen am Ende in die Entscheidungen ein, welche Spiele in den Katalog aufgenommen werden.

Und wenn die Silbermanns dann vor interessiertem Publikum darüber informieren, welchen Zielgruppen welche Spiele besonderen Spaß machen, ist es schon ein Vergnügen, dabei zuzuhören, Figuren und Zubehör in die Hand zu nehmen und sich erste Strategie-Tipps geben zu lassen. Auf jeden Fall weckt es den Wunsch, irgendwann mal zusammen mit Martina und Andreas Silbermann einen Spieleabend zu verbringen.

fl

Spiele Silbermanns

Opa Heinrich goes for gold

madnWenn zwei erwachsene Männer zu einem Wettlauf gegeneinander antreten, ist das nicht ungewöhnlich. Wenn sie dabei aber einen Löffel im Mund halten, auf dessen anderem Ende ein Tischtennisball liegt, und keiner der Beteiligten Götz Alsmann heißt, ist das durchaus ungewöhnlich. Und wenn es sich bei diesen Männern, auf die das entschuldigende Attribut postpubertär seit vielen Jahren wahrlich nicht mehr zutrifft, um die Leiter öffentlicher Einrichtungen mit Bildungsauftrag handelt, dann lohnt es sich durchaus zu beleuchten, was denn da wohl hinter steckt.

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