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Portion Senf dazu?

Die Bücherei St. Lamberti bloggt

Monat

Februar 2017

Mutter Naturs Fehler

tampon

Ob die Bezeichnung Mutter Natur passend ist, fragen sich wohl viele Frauen einmal im Monat. Nein, eine Mutter sollte nicht so mit ihren Töchtern umgehen, und ihnen das monatliche Ärgernis mit allen Vorzeichen und Nebenwirkungen zumuten. Darüber zu sprechen, gehört sich schon mal gar nicht. Darüber zu schreiben wird meistens Mediziner/innen überlassen, oder manchmal Feministinnen. Ansonsten wird die Menstruation auch im Jahr 2017 als Gesprächsthema immer noch überwiegend im Flüsterton, beziehungsweise hinter vorgehaltener Hand abgehandelt, nicht selten begleitet von ziemlich albernen Kicheranfällen. Und das, während zum Beispiel das Buch „Darm mit Charme“ auf Bestseller-Listen landet.

1geschmokertOb „Ja, ich habe meine Tage! So what“ von der jungen Schwedin Clara Henry das Zeug dazu hat, dürfte schon allein wegen des Themas fraglich sein. Möglich auch, dass die manchmal wirklich rotzfreche Schreibweise dem im Wege stehen mag. Inhaltlich hätte dieses Buch es aber verdient.

Clara Henry hatte bereits im zarten Alter von 12 Jahren ihren ersten Internet-Blog, heute ist die 22jährige eine der bekanntesten und beliebtesten Youtuberinnen Schwedens. Das, was ich als „rotzfrech“ bezeichne ist dabei sicherlich eine Sprache, die bei ihrem jungen Publikum ankommt. Und dem Thema Menstruation tut es nur gut, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn sie es von allen möglichen Seiten beleuchtet.

Henry trifft sicher den Nerv ihrer jungen Leserinnen, wenn sie beschreibt, wie sie auf ihr „erstes Mal“ gewartet hat, und wie schwierig es war, als es sie in der Schule überraschte. Sie bietet Informationen zu medizinischen Fragen, gut verpackt in den einzelnen Kapiteln und ganz ohne den Anspruch „von mir könnt Ihr jetzt was lernen“, der so manchen Akademiker zum Autoren hat werden lassen. Vor allem aber ist ihr Buch ein flammendes Plädoyer für einen ganz normalen Umgang mit der Menstruation ohne Tabus und ohne Sexismus.

titel-tageJunge Mädchen und Frauen, egal ob sie schon ihre Tage haben, oder noch darauf warten, bietet das Buch Antworten auf Fragen, die sie sich vielleicht nicht trauen, zu stellen. Bekanntlich sind Eltern nicht die Wunsch-Gesprächspartner für alles unterhalb der Gürtellinie. Aber auch den Eltern möchte ich dieses Buch empfehlen, weil es dazu beiträgt, dass alle unverkrampfter mit dem Thema umgehen.

Gegen Unterleibskrämpfe hilft das Buch leider nicht, dann würde es von den Bestsellerlisten gar nicht mehr verschwinden. Da müssen wir Frauen uns wohl mit abfinden, dass Mutter Natur eben doch einen großen Fehler gemacht hat.

fl

452 000 000 Euro

grippe

Ein Gefühl von großer Leere, aber irgendwo ganz hinten ein (noch) leises Klopfen. Nein, die Rede ist nicht vom Berliner Flughafen, sondern von einer Seuche der Menschheit, die ebenso überflüssig wie unausrottbar ist, der Erkältung. „Ich habe Grippe“ ist glücklicherweise in den meisten Fällen nicht zutreffend, hört sich aber besser an als, „Es kratzt ein bisschen im Hals“. Aber besch…eiden geht es einem auch mit einem ganz schnöden grippalen Infekt.

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Wissen in E-Dur

Wusstet Ihr eigentlich, dass die meisten Toiletten-Spülungen in der Tonart E-Dur erklingen? Wahrscheinlich nicht, muss man aber auch nicht wissen. Aber wetten, dass einige von Euch diese Tatsache in ihrem Gedächtnis abspeichern, um sie bei passender oder unpassender Gelegenheit weiter zu geben?

Ich beispielsweise habe mal gelesen, dass Elefanten die einzigen Säugetiere sind, die nicht springen können. Das habe ich behalten. Die Formel für die Berechnung eines Kreisumfangs aber habe ich ebenso vergessen, wie die Zahl, die sich hinter „pi“ verbirgt. Irgendwas mir Dreikommanochwas.

Vielleicht speichert mein Gehirn einfach lieber Amüsantes ab, als irgendetwas, das mit Zahlen zu tun hat. Ja, mein Gehirn passt zu mir. Dennoch ist es ausgesprochen ärgerlich, manche Fakten immer wieder nachzuschlagen. Wer gesteht sich schon selber die Lücken im Allgemeinwissen zu, wenn nicht gerade Spielplan und Kartenstapel von Trivial Pursuit vor einem liegen?

Aber egal, wie viel nützliches und unnützes Wissen man gespeichert hat, es gibt immer wieder kleine Fragen des Alltags, auf die man keine Antwort findet. Beispielsweise in unserer neuen Facebook-Rubrik.

am-kopf-gekratzt-mit-schriftP.S.: Unter unnützem Wissen fand ich im Internet, dass Mücken, wenn sie einen Betrunkenen stechen, anschließend dessen halben Blutalkoholwert im Körper haben. Ob sie davon auch einen Kater kriegen? Ich würde es ihnen gönnen. Von Herzen.

fl

Altena: Über allem die Burg

burg-altena

Einem Beststeller-Autoren mehrfach auf die Zehen zu treten, ist ein Erlebnis, das erst Bedeutung bekommt, wenn der frühere Tanzstundenpartner tatsächlich irgendwann zu einem vielgelesenen Buchschreiber avanciert. Zugegeben, viel mehr als die Tanzstunden, haben uns nicht verbunden, denn er war nicht nur eine Klasse über mir, sondern ging zudem noch auf eine andere Schule. Tatsächlich gab es damals in der sauerländischen Kleinstadt ein Jungen- und ein Mädchengymnasien auf gegenüber liegenden Berghängen. Und dazwischen war ein Fluss. Und obwohl er sich auch schon bei den ersten rechtsdrehenden Versuchen im Dreiviertel-Takt als guter Tänzer erwies (wie gesagt, ich stand auf seinen Zehen, nicht umgekehrt), entsprach er nicht meinem pubertären Beuteschema. Da geht es mir, wie einer früheren Freundin, die über einen Mann äußerte, dem es weder an Intelligenz, Humor noch Charisma mangelte, sondern lediglich am erwünschten Gardemaß: „Allein seine Körpergröße hat ihn davor bewahrt, dass ich mich an ihm vergehe.“ Wenn der frühere Tanzstundenpartner Peter Prange viele, viele Jahre später dann das Buch „Unsere wunderbaren Jahre“ veröffentlicht, das in seiner Heimatstadt spielt, und das er als „sehr, sehr persönlich“ beschreibt, da war es für mich keine Frage herausfinden zu wollen, ob dieses Werk in Richtung Walzer oder Rock’n Roll geht. Mein erstes Fazit: It takes two to tango.1geschmokert

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