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Portion Senf dazu?

Die Bücherei St. Lamberti bloggt

Monat

Juli 2016

Schreibt mir etwas Geld

 

Sonnige Grüße

„Liebe Eltern, besonders Vater und Mutter! Mir geht es gut, wie geht es Euch? Bitte schreibt mir etwas Geld. Euer Sohn“

Dieser uralte Witz ist schon vor Jahren auch durch mehrfaches Wiederholen nicht besser geworden, wurde aber gerne genutzt, um vor Reiseantritt der Bitte um Urlaubskarten zu widersprechen. Und diese Bitte, die Älteren werden sich erinnern, wurde von nahezu jedem ausgesprochen, mit dem man mehr als Tageszeit austauschte.

Und wenn ich schon die Älteren anspreche: ich erinnere mich, dass in meiner Kinderzeit meine Mutter vor Beginn der Reise ihr Adressbuch durchsuchte um eine Liste der Urlaubgruß-Empfänger zusammen zu stellen. Entsprechend war sie dann auch über einen verregneten Tag am Meer gar nicht so unglücklich, denn dann hatte sie endlich Gelegenheit, diese Liste abzuarbeiten. Die passenden Karten waren schon in einschlägigen Souvenir-Geschäften zusammengesucht worden. Der Sonnenuntergang am Strand blieb eher im Postkartenständer, bevorzugt waren Motive, auf denen Hotel oder Ferienwohnung gut genug zu erkennen waren, um sie mit einem Kugelschreiber-Kreuz kennzeichnen zu können. Spätestens mit beginnender pubertären Aufmüpfigkeit fand ich das unglaublich doof und überflüssig.

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Tabouleh und Heringssalat

Buffet 2Es waren schon abenteuerliche Kombinationen, die zustande kamen bei unserem syrisch-westfälischen Buffet zum Abschluss des Kurses, „Warum ich in diesem Leben nie arabisch lernen werde“. Heringssalat und Tabouleh vertragen sich durchaus auf einem Teller und in einem Magen. Empfehlenswert ist allerdings, sie nach- und nicht miteinander zu essen.

Wir hatten uns verabredet, gemeinsam zu essen, nicht nur weil es an den verschiedenen Abenden immer wieder ums Essen, Zubereitungsmöglichkeiten und besondere Zutaten ging, sondern auch weil wir uns einig waren, dass sich da eine nette Gruppe zusammengefunden hatte. Einen gemeinsamen Termin zu finden, war übrigens die größte Schwierigkeit bei der Vorbereitung, dabei ging es doch eigentlich nur um ein Abendessen. Fest stand, jede/r bringt etwas mit, was typisch für die jeweilige Küche ist, und mangels küchentechnischer Möglichkeiten kalt gegessen werden kann. Vorab: Zum Ende des Abends dauerte es eine geraume Zeit, bis alle Reste zum Mitnachhausenehmen verteilt waren. Also für den nächsten Tag mit nach Hause zu nehmen, denn hungrig war garantiert niemand mehr.

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Horton hört ein Hu – ich auch

Vorab: Ich bin eine Fußballbanausin, wie sie im Buche steht. Ja, ich weiß was ein Abseits ist, kann es sogar erkennen, der Name Boateng war mir bekannt, bevor die halbe Nation ihn in die Nachbarschaft einlud und dass Korruption sich durch nahezu alle Verbands-Ebenen zieht ärgert mich auch. Aber ich bin nur mäßig daran interessiert zuzugucken, wie erwachsene Männer mit einem Ball spielen und dafür noch unverschämt viel Geld kriegen. Gänzlich uninteressiert bin ich an dem Geschwafel mancher Fußballkommentatoren, denen ich gerne mal zurufen möchte: „Es geht hier mal nicht um dich und deine Selbstdarstellung, es geht um 22 junge Männer, die Ball spielen!“ Lustig übrigens finde ich nach einem „wichtigen“ Spiel schon mal das eine oder andere Statement eines Spielers. Oft genug denke ich dann „Junge, das waren aber ein paar Kopfbälle zu viel.“

 

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Bitte aufzeigen, wer sich ertappt fühlt

fb-Fundstpcl Sexualerziehung

Als in der vergangenen Woche auf der Facebook-Seite der Bücherei als „Fundstück aus dem Schatzkästlein“ ein in die Jahre gekommener Ratgeber zum Thema Sexualerziehung präsentiert wurde, wer hat sich da einen klitzekleinen Moment lang gewünscht, da mal reingucken zu können. Na? Mal ehrlich. Selbstverständlich nur aus zeitgeschichtlichem Interesse, nicht aus Neugier und erst recht nicht weil sich plötzlich ein kleines Teufelchen auf die Schulter gesetzt hat, das uns kleine Schlüpfrigkeiten ins Ohr flüstert. Ganz selbstlos habe ich mich in den Dienst der Wahrheitsfindung gestellt und dieses Fundstück erneut aus dem Schatzkästlein gekramt und, selbstverständlich nur für Euch, in dem 32 seitigen, inzwischen rostig heftgeklammerten Heftchen des Dezernats Schule und Erziehung im Bischöflichen Generalvikariat geblättert. Vorab: es sind keine Bilder drin!

Wir schreiben das Jahr 1968. Die Kommune 1 lebt gerade ihre Devise „Wer einmal mit demselben pennt…“ aus und im beschaulichen Nordrhein-Westfalen werden „Empfehlungen zur Sexualerziehung in den Schulen“ herausgegeben. Anfang der 70er gibt dann das Bistum das Heftchen mit braunem Pappeinband heraus, das aus welchen Gründen auch immer, für Jahrzehnte im „Schatzkästlein“ ein staubiges Dasein fristete.

Inhaltlich? Nichts Besonderes, vor allem aus der Perspektive des Jahres 2016. Ja, es taugt nicht mal zum Kirchen-Bashing, wenn man Sätze liest wie „Ein weiterer Grund ist gewiß das zu lange Festhalten besonders der katholischen Kirche an dem Zusammenhang zwischen Sexualität und Unmoral“. Ob daraus im Laufe der Zeit die richtigen Schlussfolgerungen…, ach das lasse ich an dieser Stelle mal besser.

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